| Rudolf Herz
---> INDIEN UND NICHT AMERIKA |
![]() INDIEN UND NICHT AMERIKA INDIA AND NOT AMERICA Universität Konstanz 2000 |
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| 1. DIE SKULPTUR Die Skulptur INDIEN UND NICHT AMERIKA ist ein plastisches Denkbild über das Glück des Irrenden. Ein Denkbild über das oftmals abenteuerliche Verhältnis von menschlichem Denken und Handeln, über das produktive Scheitern der Pläne und Ideen von Forschern, Entdeckern und Künstlern. INDIEN UND NICHT AMERIKA versteht sich als künstlerischer Denkanstoß, als Plädoyer für abweichende Meinungen und die Umwälzung fest gefügter Denkgebäude. Kolumbus´ Entdeckung ist die Metapher für die banale und zugleich grundlegende Einsicht, daß es zwischen Intention und Resultat kein Gleichheitszeichen gibt. Kolumbus war auf der Suche nach dem Seeweg nach Indien und entdeckte Amerika. Aufgrund eines Denkfehlers, eines gravierenden Irrtums und einer Vision. Er hatte den Umfang der Erdkugel falsch berechnet. Daraus entstand, wie der Wissenschaftshistoriker Federico di Trocchio schrieb, "die größte Entdeckung in der Menscheitsgeschichte". Aus eurozentrischer Sicht jedenfalls. Für die Ureinwohner war es kein Glücksfall. INDIEN UND NICHT AMERIKA wurde im Frühjahr 2000 auf dem Campus der Universität Konstanz errichtet. Die Skulptur nimmt Bezug zur Universität als Ort der Lehre und Forschung. Von den umliegenden Instituten aus erscheint der Schriftzug als weithin lesbarer Text. Aus unmittelbarer Nähe bietet er eine Sitzmöglichkeit. Die Buchstaben sind aus Stahl gefertigt und 40 cm hoch. 2. DAS BUCH Zur Skulptur INDIEN UND NICHT AMERIKA erscheint ein gleichnamiges Buch. Es ist selbst Kunstwerk und Experiment zugleich. In seiner Struktur erscheint das Thema noch einmal auf. Das Buch dokumentiert ausführlich die Skulptur in Wort und Bild. Und versammelt in einem zweiten Teil die Textbeiträge von 21 Autoren. Ich stelle den Autoren die Frage: wo/wann/wie haben sie das Glück des Irrenden selbst erfahren, in ihrem Leben, in ihrer Wissenschaft, in ihrer Kunst? Was bedeutet Ihnen diese Erfahrung? Welche Schlüsse ziehen Sie daraus? Die Auswahl der Autoren wird jedoch nicht von mir selbst vorgenommen, sondern erfolgt in Form eines "Kettenbriefes". Welchen Weg dieser nimmt, weiß ich nicht. Ich werfe den Stein ins Wasser und schaue, was passiert. Ich wähle allein den ersten Autor. Dieser schreibt einen Text und benennt gleichzeitig den nächsten Autor, von dem er einen interessanten Beitrag erwartet. Jeder Autor ist frei in der Wahl des nachfolgenden Autors. Wenn er an dem Projekt teilnehmen will, verpflichtet er sich, einen Text beizusteuern. Und einen weiteren Autor auszuwählen und zu kontaktieren. Dieser soll nicht im selben Land wohnen bzw. dem selben kulturellen Umfeld angehören wie er selbst. So entsteht am Ende eine Runde aus 21 Teilnehmern (Position 1 21). Diese nehmen quasi auf den 21 Buchstaben des Schriftkreises Platz und tragen ihre Beiträge vor. Bei Rückfragen bitte Nachricht an Rudolf Herz: info@rudolfherz.de |
1. THE SCULPTURE |
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